Religion, Individuum und Gesellschaft. Ein Versuch zur Erklärung des religiösen Wandels in den 1960er Jahren

Von vielen Autoren werden die 1960er Jahre als entscheidende Veränderung in der Gestalt der großen Volkskirchen in Deutschland begriffen. Was aber die Dynamik des Vorgangs provozierte, ist nach wie vor umstritten. Der Artikel entfaltet den methodischen Vorschlag, vor allem das Verhältnis von Individ...

Parallel title:Religion. Individuum et société. Un essai d'explication du changement religieux dans les aimées 1960
Religione, individuo e società. Un tentativo di spiegare la trasformazione della religione negli anni '60
Author: Großbölting, Thomas
Document types:Article
Media types:Text
Publication date:2013
Date of publication on miami:13.09.2017
Modification date:13.09.2017
Edition statement:[Electronic ed.]
Source:Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 107 (2013), 389-406
Subjects:Exzellenzcluster Religion und Politik; Religiöser Wandel; Individualisierung; Subjektiver Sinn; Lebensführung; Tradierung Cluster of Excellence Religion and Politics; religious change; Individualization; Subjective sense; Life-style; Transmission
DDC Subject:200: Religion
230: Christentum, Christliche Theologie
943: Geschichte Mitteleuropas; Deutschlands
Legal notice:Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Schweizerischen Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte.
License:InC 1.0
Language:German
Format:PDF document
ISSN:0044-3484
URN:urn:nbn:de:hbz:6-01219585272
Permalink:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:6-01219585272
Digital documents:grossboelting_2013_religion-individuum.pdf

Von vielen Autoren werden die 1960er Jahre als entscheidende Veränderung in der Gestalt der großen Volkskirchen in Deutschland begriffen. Was aber die Dynamik des Vorgangs provozierte, ist nach wie vor umstritten. Der Artikel entfaltet den methodischen Vorschlag, vor allem das Verhältnis von Individuum und Institution, des einzelnen Gläubigen und der Kirche in den Vordergrund der Analyse zu rücken. Wie der Einzelne/die Einzelne «subjektiven Sinn» für sich gewann, diesen in die eigene Lebensführung umsetzte und welche Rolle dabei den Institutionen zukam, die diesen Prozess traditionell begleiteten - diese Zuordnungen veränderten sich in den 1960er Jahren grundlegend. Das religiöse Feld stand im Zentrum dieses Prozesses. Am Beispiel des neuzeitlichen Katholizismus wird entwickelt, wie sich die besondere Sozialform seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Innenleitung des einzelnen Kirchenmitglieds konzentrierte. Eben dieser Anspruch kollidierte dann mit einem neuen Anspruch auf Selbstleitung, Autonomie und Authentizität, wie er als Ideal der persönlichen Lebensführung seit den 1960er Jahren breit verankert wurde.