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Dr. Johann van der Wyck († 1534) aus Münster

Sprache, Recht und Politik im Leben eines Juristen der Reformationszeit

Der Jurist, Politiker und Diplomat Dr. Johann van der Wyck aus Münster studierte 1498 in Köln. Von 1514 bis 1518 weilt er als Notar an der päpstlichen Kurie in Rom. Im Dunkelmännerstreit vertritt er Johannes Reuchlin gegen die Kölner Dominikaner. Nach einem Besuch bei Martin Luther 1520 begegnet er 1522 bis 1524 als Gesandter des Bischofs von Münster auf den Nürnberger Reichstagen. 1528 wird er Syndikus der lutherischen Stadt Bremen. 1531 tritt er in die Dienste Landgraf Philipps von Hessen. Dieser und Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg beteiligen ihn 1531 an der Gründung des Schmalkaldischen Bundes. Für Herzog Ernst reist er 1532 zum Regensburger Reichstag. Anfang 1533 wird er Syndikus der Stadt Münster. Die angestrebte Mitgliedschaft Münsters im Schmalkaldischen Bund scheitert an der Haltung von Münsters Reformator Bernhard Rothmann, der zunehmend dem Täufertum zuneigt. Nach der Flucht vor den Täufern im Februar 1534 wird Johann van der Wyck von Getreuen des neuen Bischofs von Münster, Franz von Waldeck, gemeinsam mit seinem Privatschreiber verhaftet. Im April 1534 wird van der Wyck klammheimlich hingerichtet. Die sprachgeschichtliche Bedeutung des Juristen Johann van der Wyck besteht darin, dass er an der Spitze des im 16. Jahrhundert in Norddeutschland erfolgenden Schreibsprachenwechsels vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen steht.

Titel: Dr. Johann van der Wyck († 1534) aus Münster
Untertitel: Sprache, Recht und Politik im Leben eines Juristen der Reformationszeit
Weitere Titel Doktor Johann van der Wyck († 1534) aus Münster
Verfasser: Nagel, Norbert GND
Gutachter: Johanek, Peter GND
Organisation: FB 08: Geschichte, Philosophie
Dokumenttyp: Dissertation/Habilitation
Medientyp: Text
Erscheinungsdatum: 2016
Publikation in MIAMI: 21.03.2016
Datum der letzten Änderung: 21.03.2016
Schlagwörter: Reformation; Täufer; Schreibsprachenwechsel; Niederdeutsch; Autograph; Münster
Fachgebiete: Geschichte Mitteleuropas; Deutschlands; Deutsch, germanische Sprachen allgemein
Sprache: Deutsch
Format: PDF-Dokument
URN: urn:nbn:de:hbz:6-16259653147
Permalink: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6-16259653147
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Inhalt:
Teil 1: Darstellung
Vorwort VI
Technische Vorbemerkungen IX
1. Untersuchungsgegenstand und Fragestellung 1
2. Sprache und Kommunikation im 19
interpersonellen Netzwerk
3. Biografische Forschungen 54
zu Johann van der Wyck
4. Bemerkungen zur Quellenlage 65
5. Nachweis von Johann van der Wycks 68
eigener Handschrift
6. Zur Biografie Johann van der Wycks 71
6.1. Der Familienname van der Wyck 72
6.2. Das Geschlecht van der Wyck in Münster 74
6.3. Johann van der Wycks frühe Jahre 83
6.3.1. Herkunft und Bildungsweg 83
6.3.2. Zu Johann van der Wycks Privatbibliothek 87
6.3.3. Die Zeit in Rom und seine Bekanntheit 94
in Humanistenkreisen
6.4. Begegnung mit Martin Luther im Sommer 1520 99
6.5. Consiliarius des Bischofs von Münster und 101
Gesandter des Bischofs von Hildesheim
Exkurs: Johann van der Wyck und Arndt Belholt 112
6.6. Die Mitte der 1520er Jahre 119
6.7. Johann van der Wycks Eheschließung und Familie 123
Exkurs: Dr. iur utr. Christian van der Wyck 124
6.8. Städtischer Syndikus, fürstlicher Gesandter 125
und Rat von Haus aus
6.9. Fortgang aus Münster und Tod 157
7. Linguistische Untersuchung 164
7.1. Aufbau und Zusammensetzung 165
des Quellen-Korpus
7.2. Begrifflichkeit in den Quellen 169
7.3. Variablenlinguistische Untersuchung 175
7.3.1. Phonologie und Orthographie 175
7.3.1.1. Konsonantismus 175
7.3.1.1.1. Zum Stand der Zweiten Lautverschiebung 175
7.3.1.1.1.1. Trennung nach vier Adressatengruppen 175
7.3.1.1.1.2. Zusammenfassung 198
7.3.1.1.2. <p>-Graphien für frühneuhochdeutsch /b/ 208
7.3.1.1.2.1. <p> vor Liquid (l, r): 209
‘bringen’, ‘bleiben’, ‘brauchen’
7.3.1.1.2.2. <p> vor ur/or + Konsonant: 211
Toponyme auf ‘-burg’
7.3.1.1.2.3. ‘gebietend’ und ‘ehrerbietig’ 214
7.3.1.1.2.4. ‘gebeten’ 214
7.3.1.1.2.5. ‘billig’ 214
7.3.1.1.2.6. ‘-bar(-)’ 215
7.3.1.1.2.7. ‘hochgeboren’ 216
7.3.1.1.2.8. ‘verbunden’ 216
(in der Bedeutung ‘verbündet sein’)
7.3.1.1.2.9. ‘gebührend, gebührlich’, ‘gebühren’ 216
7.3.1.1.2.10. ‘Botschaft’ 217
7.3.1.1.3. Hiattilgung 218
7.3.1.1.4. Die Metathese des r 220
7.3.1.2. Vokalismus 222
7.3.1.2.1. Zum Stand der frühneuhochdeutschen 222
Diphthongierung
7.3.1.2.1.1. Die Diphthongierung von î 223
7.3.1.2.1.2. Die Diphthongierung von û 229
Exkurs: ‘Brunswygk’ oder ‘Braunschweig’ 233
7.3.1.2.1.3. Die Diphthongierung von 235
mnd. /ü:/ < as. /iu/ (= <u>)
7.3.2. Einzelne Lexeme 239
7.3.2.1. Substantive 239
7.3.2.1.1. ‘Brief’ 239
7.3.2.1.2. ‘Freund’ 242
7.3.2.1.3. ‘Herr’ 244
7.3.2.1.4. ‘Hilfe’ 245
7.3.2.1.5. ‘Zeitung’ 246
7.3.2.2. Adjektive 248
7.3.2.2.1. ‘demütig’ 248
7.3.2.3. Pronomina 249
7.3.2.3.1. ‘mir’ und ‘mich’ 249
7.3.2.4. Adverbien 252
7.3.2.4.1. ‘bisher’ 252
7.3.2.4.2. ‘nicht’ 253
7.3.2.5. Verben 258
7.3.2.5.1. ‘helfen’ 258
7.3.2.6. Präpositionen 260
7.3.2.6.1. ‘auf’ 260
7.3.2.6.2. ‘bis’ 263
7.3.2.6.3. ‘zwischen’ 264
7.3.2.7. Konjunktionen 266
7.3.2.7.1. ‘aber’ 266
7.3.2.7.2. ‘sondern’ 268
7.3.2.7.3. ‘und’ 269
7.4. Die formale Struktur der Briefe van der Wycks 270
7.4.1. Eröffnungs- und Schlussformeln 270
7.4.1.1. Briefe an Fürsten 271
7.4.1.2. Briefe an Kanzler 273
7.4.1.3. Briefe an fürstliche Räte 275
7.4.1.4. Briefe an Stadträte 276
7.4.2. Datumsangaben 276
7.5. Zur Rolle des Lateinischen in den Briefen 278
7.5.1. Entlehnung am Beispiel der Verben 278
7.5.2. Alfabetisches Glossar der entlehnten 279
lateinischen Verben
8. Schluss 291
Teil 2: Verzeichnisse
9. Verzeichnisse 311
9.1. Abkürzungsverzeichnis 312
9.1.1. Allgemeine Abkürzungen 312
9.1.2. Abkürzungen in den Quellentexten 315
(Anredeformen, Titulaturen)
9.1.3. Bezeichnungen von Sprachen und Sprachstufen 315
9.1.4. Archive 316
9.1.4.1. Allgemeine Archivsiglen 316
9.1.4.2. Besondere Archiv-, Bibliotheks- und 316
Vereinssiglen, archivalische Bestandsangaben
9.1.5. Verwendete Kurztitel von Quellenreihen, 316
Editionen und Sekundärliteratur
9.1.5.1. Kurztitel von Quellenreihen, 316
Editionen und Verzeichnissen
9.1.5.2. Kurztitel von Sekundärliteratur 317
9.1.5.2.1. Bibliographien 317
9.1.5.2.2. Datenbanken 317
9.1.5.2.3. Biografische Nachschlagewerke 317
9.1.5.2.4. Wörterbücher, Handwörterbücher, Lexika 318
9.1.5.2.5. Reihen 318
9.1.5.2.6. Zeitschriften 320
9.2. Quellenverzeichnisse 323
9.2.1. Archive und archivalische Bestände 323
9.2.2. Bibliotheken 326
9.2.3. Forschungseinrichtungen und Forschungsprojekte 326
9.2.4. Alphabetische chronologische Gliederung der 327
bis inklusive 1900 gedruckten Quellen (Kurztitel)
9.2.4.1. 1501 bis inklusive 1600 gedruckte Quellen 327
(Kurztitel)
9.2.4.2. 1601 bis inklusive 1700 gedruckte Quellen 328
(Kurztitel)
9.2.4.3. 1701 bis inklusive 1800 gedruckte Quellen 328
(Kurztitel)
9.2.4.4. 1801 bis inklusive 1900 gedruckte bzw. im Druck 329
begonnene Quellen (Kurztitel)
9.2.5. Gesamtverzeichnis gedruckter Quellen (Volltitel) 332
9.3. Bibliographie zu Sprache, Recht und Politik 377
(15./16. Jh.)
9.3.1. Chronologisches Kurztitelverzeichnis zur 377
Biografie Johann van der Wycks
9.3.1.1. Forschungsliteratur zum Leben 378
Johann van der Wycks
9.3.1.2. Nachrichten zu seinem Tod 379
aus zeitgenössischen Drucken
9.3.2. Johann van der Wycks sprachgeschichtliche 379
Rolle in der Forschung
9.3.3. Johann van der Wyck in der Literatur zum 380
Täuferreich zu Münster (Auswahl)
9.3.4. Lexika, Handwörterbücher und Wörterbücher 380
9.3.5. Fach- und Forschungsliteratur 381
Teil 3: Akten und Urkunden I (Nr. 1-140) 561
Teil 4: Akten und Urkunde II (Nr. 141-320) 888
Teil 5: Anhänge und Abbildungen 1282
10. Anhänge 1282
Anhang I: Zeitgenössische Nachrichten zum Tod Johann 1282
van der Wycks und deren Verbreitung in der
Literatur (März 1534 bis 1825)
Anhang II: Chronologisches Verzeichnis der 1305
Korrespondenz Johann van der Wycks
(inklusive eines Privatbriefes seines Schreibers
Symon von Deventer [= Nr. 70])
Anhang III: Mitglieder des interpersonellen Netzwerks 1313
im Jahr 1532 (Auswahl)
Anhang IV: Liste von Kanzlern, Räten, Syndici, 1320
Stadtschreibern, Notaren (Auswahl)
Anhang V: Dokumente zu fürstlichen und städtischen 1347
Beamten (Laien und Kleriker) in
Norddeutschland in Spätmittelalter und
Früher Neuzeit
(Ausgewählte Beispiele aus der Mitte 15. Jh.s
bis zur Mitte 16. Jh.s)
11. Abbildungsverzeichnis und Abbildungen 1404