Sozialpolitische Wirkungen von „Workfare“ im Wohlfahrtsstaat

Workfare, ein zusammengesetzter Begriff aus Welfare and Work, bezeichnet Politiken, in denen Sozialleistungen nur im Austausch für Gegenleistungen, etwa Arbeit oder Integrati-onsbemühungen, gezahlt werden. Das Konzept von Workfare hat sich zusammen mit dem Neoliberalismus in den letzten Jahrzehnten...

Author: Fuchs, Gesine
Corporate Author: Zentrum für Europäische Geschlechterstudien (ZEUGS) (Editor)
Document types:Working paper
Media types:Text
Publication date:2018
Date of publication on miami:17.05.2018
Modification date:09.03.2020
Source:Working Papers / Zentrum für Europäische Geschlechterstudien (ZEUGS), Working Paper No. 10
Edition statement:[Electronic ed.]
Subjects:Workfare; Hartz IV; Wohlfahrtsstaat; Geschlechterverhältnisse; Deutschland
DDC Subject:320: Politikwissenschaft
License:CC BY-SA 4.0
Language:German
Format:PDF document
URN:urn:nbn:de:hbz:6-99149699630
Permalink:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:6-99149699630
Digital documents:arbeitspapier_zeugs_2018_10.pdf

Workfare, ein zusammengesetzter Begriff aus Welfare and Work, bezeichnet Politiken, in denen Sozialleistungen nur im Austausch für Gegenleistungen, etwa Arbeit oder Integrati-onsbemühungen, gezahlt werden. Das Konzept von Workfare hat sich zusammen mit dem Neoliberalismus in den letzten Jahrzehnten in Wohlfahrtsstaaten verbreitet. Im Text werden die programmatischen und operativen Elemente von Workfare in der deutschen Grundsicherung (Hartz IV) herausgearbeitet und die Wirkungen auf armutsgefährdete Menschen sowie die gesellschaftspolitischen Konsequenzen aufgezeigt. Die sozialpolitische Wirkung von Workfare muss differenziert betrachtet werden. So scheinen die größten Konsequenzen nicht in praktischen Erfolgen erfolgreicher Arbeitsmarktintegration zu liegen, sondern in einem erheblichen Autonomieverlust über das eigene Leben, in einer Stratifizierung von politischer Beteiligung und von sozialen Staatsbürger*innenrechten. Die nochmals verstärkte Orientierung an Erwerbsarbeit lässt das Verhältnis von gesellschaftlich notwendiger Nicht-Erwerbsarbeit und Erwerbsarbeit sowie ihre geschlechtsspezifische Verteilung ungelöst