Erweiterte Suche

Die Öffnungsklauseln der Datenschutzgrundverordnung

Ein Beitrag zur Europäischen Handlungsformenlehre

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat eine europarechtliche Rechtsfigur in den Fokus gerückt, die bereits in anderen Sekundärrechtsakten genutzt wurde, nunmehr aber eine bisher unbekannte Bedeutung gewinnt: Öffnungsklauseln zu Gunsten normativer Regelungen im nationalen Recht. Die Arbeit von Marian Müller ist einerseits eine datenschutzrechtliche Untersuchung, die das Verständnis der Öffnungsklauseln der DSGVO und ihrer Umsetzung in nationales Datenschutzrecht durch das BDSG n.F. klärt. Andererseits widmet sich die Arbeit den Fragen nach der Qualifizierung der DSGVO als „Grundverordnung“ und ihrer Einordnung in den Handlungsformenkatalog des Art. 288 AEUV sowie dem rechtsdogmatischen Verständnis von Öffnungsklauseln. Mit einem systembildenden Anspruch geht sie dabei über das Datenschutzrecht hinaus, nutzt dieses Rechtsgebiet als Referenzgebiet und leistet einen Beitrag zur Handlungsformenlehre des Europarechts und zur Klärung seines Verhältnisses zum nationalen Recht.

Titel: Die Öffnungsklauseln der Datenschutzgrundverordnung
Untertitel: Ein Beitrag zur Europäischen Handlungsformenlehre
Verfasser: Müller, Marian GND
Gutachter: Sydow, Gernot GND
Dokumenttyp: Dissertation/Habilitation
Medientyp: Text
Erscheinungsdatum: 2018
Publikation in MIAMI: 07.03.2019
Datum der letzten Änderung: 19.07.2019
Reihe Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster / Reihe III ; 33
Verlag/Hrsg.: readbox unipress / Münster (Westf)
Schlagwörter: Datenschutzgrundverordnung; DSGVO; Datenschutz; Grundverordnung; Handlungsform; Öffnungsklausel; BDSG
Fachgebiete: Recht
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: Auch im Buchhandel erhältlich: Die Öffnungsklauseln der Datenschutzgrundverordnung : Ein Beitrag zur Europäischen Handlungsformenlehre / Marian Müller. – Münster : Readbox Unipress, 2018. – IX, 291 S. (Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster : Reihe III ; Bd. 33), ISBN 978-3-8405-0189-0, Preis: 24,50 EUR
Format: PDF-Dokument
ISBN: 978-3-8405-0189-0
URN: urn:nbn:de:hbz:6-07149480733
Permalink: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6-07149480733
Onlinezugriff:
Inhalt:
Abkürzungsverzeichnis ..... IX
1. Teil: Einleitung ..... 1
I. Gegenstand und Ziel der Untersuchung ..... 1
II. Gang und Methodik der Untersuchung ..... 3
2. Teil: Grundlagen der Europäischen Handlungsformenlehre ..... 7
I. Begriff der Handlungsform ..... 7
II. Funktionen einer Handlungsformenlehre ..... 9
III. Die Europäische Handlungsformenlehre ..... 11
1. Charakteristische Merkmale einer Handlungsform ..... 12
a) Formelle Merkmale ..... 12
b) Materielle Wirkungen ..... 14
c) Rechtsschutzmöglichkeiten ..... 15
d) Ergebnis ..... 16
2. Verordnung und Richtlinie als zentrale Handlungsformen zur Rechtsetzung ..... 16
a) Verordnung ..... 17
b) Richtlinie ..... 20
c) Unterschiede im Wirkungspotenzial ..... 23
3. Handlungsformenwahl ..... 26
a) Wahlfreiheit ..... 26
b) Primärrechtliche Vorgaben ..... 27
c) Kein Vorrang der Richtlinie vor der Verordnung ..... 31
d) Begründungspflicht ..... 33
4. Besonderheiten der Europäischen Handlungsformen ..... 34
a) Offenheit der Europäischen Handlungsformenlehre ..... 34
aa) Kein numerus clausus ..... 34
bb) Offene Handlungsformenlehre auch bei Rechtsakten mit Außenwirkung ..... 35
cc) Geschlossene Handlungsformenlehre bei Rechtsakten mit Außenwirkung ..... 36
dd) Stellungnahme ..... 38
b) Unterschiede zum deutschen Handlungsformenverständnis ..... 39
c) Leistungsfähigkeit der Europäischen Handlungsformen ..... 42
5. Zusammenfassung ..... 45
3. Teil: Öffnungsklauseln als Rechtsetzungsinstrument ..... 49
I. Einleitung ..... 49
II. Eingrenzung und Terminologie ..... 51
1. Einleitung ..... 51
2. Verständnis in der deutschen Rechtswissenschaft ..... 52
3. Verständnis in der Unionsrechtslehre ..... 54
a) Öffnungsklauseln im Primärrecht ..... 54
b) Öffnungsklauseln im Sekundärrecht ..... 57
4. Fazit und Arbeitsdefinition ..... 59
III. Zulässigkeit von Öffnungsklauseln in Sekundärrechtsakten ..... 60
1. Punktuelle Ermächtigungen im Primärrecht ..... 60
a) Umweltschutz ..... 61
b) Sozialpolitik ..... 62
aa) Gleichstellung von Mann und Frau ..... 63
bb) Soziale Sicherheit in den Mitgliedstaaten ..... 64
c) Verbraucherschutz ..... 65
d) Gemeinsamer Binnenmarkt ..... 66
e) Schutzklauseln im Bereich des gemeinsamen Binnenmarktes und des Umweltschutzes ..... 68
f) Schlussfolgerung ..... 69
2. Allgemeine Zulässigkeit im Anwendungsbereich des Unionsrechts ..... 69
a) Kein ausdrückliches Verbot von Öffnungsklauseln ..... 69
b) Subsidiaritätsprinzip ..... 70
c) Verhältnismäßigkeitsprinzip ..... 72
d) Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit ..... 74
3. Ergebnis ..... 75
IV. Typologie der Öffnungsklauseln ..... 75
1. Zweck einer Typologie ..... 75
2. Anwendungsfelder ..... 77
a) Öffnungsklauseln in Verordnungen ..... 77
aa) Zollkodex-Verordnung ..... 77
bb) EMAS III-Verordnung ..... 79
cc) Pflanzenschutzmittel-Verordnung ..... 81
dd) REACH-Verordnung ..... 83
ee) Weinmarkt-Verordnung ..... 85
b) Öffnungsklauseln in Richtlinien ..... 88
aa) Tabak-Richtlinie ..... 88
bb) Verbraucherschutz-Richtlinie ..... 90
cc) Datenschutz-Richtlinie ..... 91
c) Ergebnis ..... 94
3. Typologie nach Handlungsform ..... 94
a) Verordnungs-Öffnungsklauseln ..... 94
b) Richtlinien-Öffnungsklauseln ..... 95
4. Typologie nach Regelungsstruktur ..... 95
a) Anpassungsklauseln ..... 95
b) Verstärkungsklauseln ..... 98
c) Gestaltungsklauseln ..... 100
d) Verweisungsklauseln ..... 101
e) Ausnahmeklauseln ..... 103
aa) Selbstständige Ausnahmeklauseln ..... 104
bb) Unselbstständige Ausnahmeklauseln ..... 105
5. Ergebnis ..... 106
V. Rückschlüsse aus der Typologie ..... 107
1. Anforderungen an den mitgliedstaatlichen Rechtsakt ..... 107
a) Formelle Anforderungen ..... 107
b) Materielle Anforderungen ..... 110
aa) Inhaltsvorgaben und Maßstabsfunktion ..... 110
bb) Grundrechtsbindung ..... 111
cc) Anwendbarkeit von Richtlinienprinzipien ..... 119
c) Ergebnis ..... 120
2. Auswirkungen auf die Harmonisierungsintensität ..... 121
a) Vollharmonisierung ..... 123
b) Mindestharmonisierung ..... 124
c) Optionale Harmonisierung ..... 126
d) Fazit: Flexibilität der Harmonisierung ..... 127
3. Ergebnis ..... 129
VI. Öffnungsklauseln und Handlungsformenlehre ..... 131
1. Einfluss der Öffnungsklauseln auf die Handlungsformenlehre ..... 131
2. Grenzen durch die Handlungsformenlehre ..... 133
a) Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung ..... 133
b) Prinzip der Rechtssicherheit ..... 134
c) Verbot des Ermessensmissbrauchs ..... 136
3. Ergebnis ..... 137
VII. Wert der Öffnungsklauseln für die Unionsrechtsetzung ..... 138
1. Vorteile ..... 138
a) Rechtliche Vorteile ..... 138
b) Politische Vorteile ..... 140
c) Praktische Vorteile ..... 140
2. Nachteile ..... 142
3. Bewertung ..... 143
VIII. Zusammenfassung ..... 144
4. Teil: Die Öffnungsklauseln der DSGVO ..... 145
I. Einleitung ..... 145
II. Die DSGVO ..... 146
1. Grundlagen ..... 146
a) Entwicklung des europäischen Datenschutzes ..... 146
b) Primärrechtliche Grundlagen ..... 152
aa) Regelungsgehalt und Rechtsetzungskompetenz ..... 153
bb) Grundrecht auf Schutz personenbezogener Daten ..... 155
2. Anwendungsbereich der DSGVO ..... 158
a) Sachlicher Anwendungsbereich ..... 158
b) Räumlicher Anwendungsbereich ..... 161
3. Wirkung der DSGVO gegenüber dem nationalen Recht ..... 163
a) Anwendungsvorrang der DSGVO ..... 163
b) Normaufhebungsgebot ..... 166
4. Fazit ..... 167
III. Öffnungsklauseln der DSGVO ..... 168
1. Gründe für die Aufnahme von Öffnungsklauseln ..... 168
a) Vollharmonisierender Ansatz der DSGVO ..... 168
b) Geteilte Zuständigkeit von Union und Mitgliedstaaten ..... 171
c) Konsensfähige Rechtstransplantate aus der DS-RL ..... 171
d) Beschränkung von Kommissionsbefugnissen im Gesetzgebungsverfahren ..... 173
e) Schlussfolgerung ..... 174
2. Typologische Einordnung der Öffnungsklauseln ..... 175
a) Anpassungsklauseln in der DSGVO ..... 175
b) Verstärkungsklauseln in der DSGVO ..... 178
c) Gestaltungsklauseln in der DSGVO ..... 180
d) Verweisungsklauseln in der DSGVO ..... 184
e) Ausnahmeklauseln in der DSGVO ..... 188
aa) Selbstständige Ausnahmeklauseln ..... 189
bb) Unselbstständige Ausnahmeklauseln ..... 191
f) Bewertung ...... 194
3. Auswirkung der Öffnungsklauseln auf die Harmonisierungsintensität der DSGVO ..... 199
a) Anzahl der Öffnungsklauseln ..... 199
b) Inhalt der Öffnungsklauseln ..... 201
c) Ergebnis ..... 202
IV. Anforderungen an nationale Rechtsakte im Rahmen der Öffnungsklauseln ..... 202
1. Abgrenzung zu Durchführungsverpflichtungen ..... 203
2. Materielle Wertungen der DSGVO ..... 205
a) Grundsätze der Datenverarbeitung ..... 205
b) Einfluss auf das nationale Recht ..... 208
3. Ausnahmen vom Normwiederholungverbot ..... 208
a) Grundsatz ..... 208
b) Beschränkte Ausnahme im Rahmen der fakultativen Öffnungsklauseln ..... 209
c) Unbeschränkte Ausnahme bei Anpassungsklauseln ..... 210
4. Inhaltsbestimmung der Öffnungsklauseln ..... 211
a) Grundsätzliche Geltung der allgemeinen Auslegungsregeln ..... 211
aa) Unionsautonome Auslegung ..... 211
bb) Kriterien ..... 212
b) Besondere Auslegungskriterien für die Öffnungsklauseln ..... 214
aa) Ausnahmen von der unionsautonomen Auslegung ..... 214
bb) Rahmenhafte Bindung an die materiellen Wertungen der DSGVO ..... 215
cc) Ausnahmecharakter der Öffnungsklauseln ..... 215
5. Ergebnis ..... 217
V. Inanspruchnahme der Öffnungsklauseln der DSGVO im deutschen Recht ..... 218
1. Einleitung ..... 218
2. Die Struktur des BDSG n.F. ..... 219
3. Anwendungsbereich des BDSG n.F. ..... 220
a) Sachlicher Anwendungsbereich ..... 220
b) Räumlicher Anwendungsbereich ..... 221
4. Ausgestaltung der Öffnungsklauseln der DSGVO in den Vorschriften des BDSG n.F. ..... 222
a) Nationales Recht im Bereich der Anpassungsklauseln ..... 222
b) Nationales Recht im Bereich der Verstärkungsklauseln ..... 225
c) Nationales Recht im Bereich der Gestaltungsklauseln ..... 226
d) Nationales Recht im Bereich der Verweisungsklauseln ..... 228
e) Nationales Recht im Bereich der Ausnahmeklauseln ..... 230
aa) Selbstständige Ausnahmeklauseln ..... 230
bb) Unselbstständige Ausnahmeklauseln ..... 234
5. Tabellarische Übersicht ..... 237
6. Bewertung ..... 239
7. Fazit ..... 243
VI. Die DSGVO und der Handlungsformenkanon ..... 245
1. Rechtmäßigkeit der Wahl einer Verordnung ..... 245
a) Einleitung ..... 245
b) Ausreichende Kompetenzgrundlage ..... 246
c) Kompetenzausübungsschranken ..... 248
aa) Subsidiaritätsprinzip ..... 248
bb) Verhältnismäßigkeitsprinzip ..... 250
d) Zusammenfassung ..... 251
2. Die DSGVO als neuartige Handlungsform ..... 251
a) Qualifikation einer neuartigen Handlungsform ..... 252
b) Anerkannte Erscheinungsformen von Verordnungen ..... 254
aa) Einleitung ..... 254
bb) Grundverordnungen ..... 254
cc) „Hinkende“ Verordnungen ..... 256
dd) Rahmenverordnungen ..... 257
ee) Mischakte aus Verordnung und Richtlinie ..... 259
ff) Zusammenfassung ..... 261
c) Beurteilung der DSGVO ..... 262
aa) Einleitung ..... 262
bb) Formelle Merkmale ..... 262
cc) Materielle Wirkungen ..... 263
dd) Bewertung ..... 266
d) Ergebnis ..... 268
VII. Zusammenfassung ..... 270
5. Teil: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ..... 273
Literaturverzeichnis ..... 279