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Der Begriff des gefährlichen Werkzeugs in § 224 Abs. 1 Nr. 2 Var. 2 StGB

eine kritische Betrachtung insbesondere in Bezug auf den Menschen als gefährliches Werkzeug und Versuch einer Neuorientierung

Inhalt dieser Dissertation sind im Wesentlichen drei Aspekte: zum einen eine Klarstellung der Begrifflichkeit "gefährliches Werkzeug" des § 224 Abs. 1 Nr. 2 Var. 2 StGB und damit einhergehend eine saubere Trennung der beiden unterschiedlichen Tatbestandsmerkmale "gefährlich" als normatives und "Werkzeug" als deskriptives Merkmal, sowie die Ausscheidung des Menschen, insbes. auch von Kampfsportlern, als gefährliches Werkzeug aus dem objektiven Tatbestand. Es wird umfassend gezeigt, dass der (auch Kampfsport betreibende) Mensch juristisch, aber auch physikalisch kein gefährliches Werkzeug sein kann. In der abschließenden Definition des Werkzeugbegriffs, die zwar länger als bisherige Beschreibungen ist, wird eine neue und deutlich trennschärfere Umschreibung des Werkzeugbegriffs präsentiert, die im Wesentlichen auf den Merkmalen Einsatz in einer Kampfeslage, Steuerbarkeit, Sache, Körperfremdheit, Leistungssteigerung bzw. –minderung und Beweglichkeit des Tatmittels basiert.

Titel: Der Begriff des gefährlichen Werkzeugs in § 224 Abs. 1 Nr. 2 Var. 2 StGB
Untertitel: eine kritische Betrachtung insbesondere in Bezug auf den Menschen als gefährliches Werkzeug und Versuch einer Neuorientierung
Verfasser: Edsen, Sven GND
Gutachter: Heghmanns, Michael GND
Organisation: FB 03: Rechtswissenschaftliche Fakultät
Dokumenttyp: Dissertation/Habilitation
Medientyp: Text
Erscheinungsdatum: 13.02.2014
Publikation in MIAMI: 13.02.2014
Datum der letzten Änderung: 27.07.2015
Schlagwörter: gefährliches Werkzeug; Steuerbarkeit; § 224 StGB; Beweglichkeit; Sache; Werkzeugbegriff; Definition
Fachgebiete: Recht
Sprache: Deutsch
Format: PDF-Dokument
URN: urn:nbn:de:hbz:6-04329628553
Permalink: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6-04329628553
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Inhalt:
Literaturverzeichnis ...................................................................................................... IV
Sonstige Hilfsmittel: ...................................................................................................XVI
I. Einführung und Problemaufriss .................................................................................. 1
II. Der Begriff des gefährlichen Werkzeugs ................................................................... 6
A. Der Entstehungsprozess der Begrifflichkeit des gefährlichen Werkzeugs ......... 7
1. Historische Einführung und Orientierung ....................................................... 8
2. Die Novelle des StGB ................................................................................... 12
a. Orientierung und neue Gesetzeslage ....................................................... 12
b. Kritische Anmerkungen .......................................................................... 16
B. Die „neue“ gefährliche Körperverletzung ......................................................... 20
1. Der Sprachgebrauch des 19. und 20. Jahrhunderts in der deutschen Allgemeinliteratur ......................................................................................... 23
2. Der Sprachgebrauch des 19. und 20. Jahrhunderts in der Jurisprudenz ....... 25
3. Die Auffassungen in der früheren juristischen Fachliteratur ........................ 28
4. Zwischenergebnis zum Sprachgebrauch ....................................................... 35
III. Bestandteile und Auslegungen des Werkzeugbegriffs ........................................... 36
A. Die Erweiterungen des Werkzeugbegriffs ........................................................ 36
1. Die Aufgabe der Begrenzung auf mechanische Wirkungsweisen ................ 36
2. Aggregatzustand und Körperlichkeit ............................................................ 38
3. Der Einsatz von Stimme und Sprache .......................................................... 41
4. Zwischenergebnis ......................................................................................... 41
B. Das Erfordernis der Steuerung und Steuerbarkeit des Werkzeugs ................... 42
1. Gefährliche Situationen .................................................................................. 42
2. Der Einsatz von Tieren im Lichte des § 224 Abs. 1 Nr. 2 Var. 2 StGB ........ 46
a. Objektive Kontrolle und Herrschaft über das Tatmittel .......................... 47
b. Steuerung und Steuerbarkeit als eine Minimalvoraussetzung ................. 49
3. Zwischenergebnis ............................................................................................ 50
C. Der Zweck der Verwendung: Einsetzen in einer Kampfeslage ........................ 51
1. Angriffs- oder Verteidigungszwecke ............................................................ 51
2. Die Ausbildung des „Täters“ ........................................................................ 52
3. Die subjektive Auslegung ............................................................................. 57
4. Zwischenergebnis ......................................................................................... 58
D. Das Leistungskriterium ..................................................................................... 59
1. Der Aspekt der Minderleistung oder die fehlende Verletzungstendenz ....... 59
2. Zwischenergebnis zum Aspekt der Minderleistung ...................................... 63
3. Der Aspekt der Mehrleistung oder des Mehrerfolges ................................... 64
4. Die Mehrleistungen eines zum Kampf trainierten Menschen....................... 67
5. Zwischenergebnis zur Mehrleistung ............................................................. 71
E. Das Merkmal der Beweglichkeit ....................................................................... 73
1. Die Dynamik des Tatmittels ......................................................................... 75
2. Beweglichkeit und Bewegbarkeit des Tatmittels .......................................... 77
a. Weite Auslegung ..................................................................................... 77
b. Die Bewegtheit des Tatmittels ................................................................ 79
c. Die Widmung zum Werkzeug ................................................................. 81
d. Enge Auslegung ...................................................................................... 83
3. Kritische Anmerkungen ................................................................................ 85
4. Fazit............................................................................................................... 95
F. Der Aspekt der Körperfremdheit bzw. des zusätzlichen Etwas ........................ 95
1. Die generelle Beweglichkeit des Menschen ................................................. 95
2. Das Kriterium des Zusätzlichen .................................................................... 97
a. Ein anderer Mensch als Werkzeug .......................................................... 97
(1) Einleitende Gedanken zur nötigen Qualität des Werkzeugs ............. 97
(2) Der Vergleich mit der mittelbaren Täterschaft ............................... 100
(3) Der Vergleich zur gemeinschaftlichen Tatbegehung des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB ....................................................................................... 103
(4) Zwischenergebnis ............................................................................ 107
b. Die Ungleichheit von Werkzeug und Tatmittel .................................... 108
(1) Das Merkmal „mittels“ .................................................................... 108
(2) Das Unmittelbarkeitskriterium ........................................................ 111
(3) Zwischenergebnis ............................................................................ 113
c. Die strukturelle Voraussetzung des Werkzeugs: Widerstandskraft und Strapazierfähigkeit................................................................................. 113
d. Die Sacheigenschaft des Werkzeugs ..................................................... 116
e. Zwischenergebnis zur Sacheigenschaft ................................................. 121
3. Fazit............................................................................................................. 122
4. Die Ausnahme von der Körperfremdheit: Der Mensch als sein eigenes Werkzeug .................................................................................................... 123
a. Der Mensch in neuer Rolle bzw. das Aufrüsten zur Tat ....................... 123
b. Die Entfremdung des Körpers ............................................................... 124
c. Der Vergleich eines Schlages mit oder ohne Hilfsmittel ...................... 126
d. Kritische Anmerkungen zur Ausnahme vom Körperfremdheitskriterium bzw. des zusätzlichen Etwas ................................................................. 128
5. Körperfremde Bestandteile ......................................................................... 129
6. Fazit zur Körperfremdheit........................................................................... 133
G. Die Gefährlichkeit des gefährlichen Werkzeugs ............................................. 134
1. Der Begriff der Gefährlichkeit des § 224 Abs. 1 Nr. 2 Var. 2 StGB .......... 134
a. Der Einsatz gefährlicher Werkzeuge als abstrakte Gefährdung ............ 134
b. Der Einsatz gefährlicher Werkzeuge als konkrete Gefährdung ............ 135
c. Das Erheblichkeitskriterium bzw. die Signifikanz der Gefahrensteigerung ............................................................................... 138
2. Prothesen, Gebisse und Schutzhandschuhe als gefährliche Werkzeuge ..... 142
IV. Zusammenfassende und kritische Gedanken zum Werkzeugbegriff ................... 145
A. Kritische Äußerungen zum Wortlaut .............................................................. 145
B. Das Verhältnis von Werkzeug und Gefährlichkeit ......................................... 146
C. Systematische Gedanken zum Menschen als gefährliches Werkzeug ............ 147
D. Verfassungsrechtliche Bedenken .................................................................... 155
E. Die Tabuisierung gefährlicher Handlungsweisen ........................................... 156
F. Die Begrenzungsfunktion des Werkzeugs ...................................................... 157
G. Die Abgrenzung der einfachen von der gefährlichen Körperverletzung ........ 158
H. Der Systemzusammenhang mit anderen Strafnormen .................................... 160
V. Schlussfolgerungen und Ausblick ........................................................................ 162
VI. Anhang: Rechtsprechungsübersicht ..................................................................... 172