Die Debatten um einen Mathematiklehrplan in Westfalen 1834 : eine regionale Sozialgeschichte der Einführung von Mathematik als Hauptfach

Das Buch analysiert und dokumentiert eine erfolgreiche Reform des Mathematikunterrichts: den Übergang vom Nebenfach zum Hauptfach an höheren Schulen. Diese historisch neuartige Funktion der Mathematik erfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in mehreren europäischen Staaten, als Teil der übergreifend...

Author: Schubring, Gert
Document types:Book
Media types:Text
Publication date:2015
Date of publication on miami:10.07.2015
Modification date:10.07.2015
Publisher: WTM-Verlag für wissenschaftliche Texte und Medien
Edition statement:[Electronic ed.]
Subjects:Westfalen; Mathematikunterricht; Gymnasium; Lehrplan; Geschichte 1834
DDC Subject:370: Bildung und Erziehung
510: Mathematik
Legal notice:© 2015 WTM – Verlag für wissenschaftliche Texte und Medien, Münster
License:InC 1.0
Language:German
Notes:Druckausg.: Schubring, Gert: Die Debatten um einen Mathematiklehrplan in Westfalen 1834 : eine regionale Sozialgeschichte der Einführung von Mathematik als Hauptfach. Münster : WTM, 2010. ISBN 978-3-942197-01-4
Format:PDF document
ISBN:978-3-942197-68-7
URN:urn:nbn:de:hbz:6-79209654317
Permalink:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:6-79209654317
Digital documents:wtm_isbn-978-3-942197-68-7.pdf
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Das Buch analysiert und dokumentiert eine erfolgreiche Reform des Mathematikunterrichts: den Übergang vom Nebenfach zum Hauptfach an höheren Schulen. Diese historisch neuartige Funktion der Mathematik erfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in mehreren europäischen Staaten, als Teil der übergreifenden Umwälzungen in Geschichte und Politik in Europa seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Durchsetzung der Hauptfach-Funktion traf aber vielfach auf intensive Widerstände und ist teilweise sogar zurückgenommen worden. Als wesentliches Element der neuhumanistischen Bildungsreform in Preußen ist die Umsetzung dieser Konzepte in Schulpraxis dort aber noch am konsequentesten erfolgt. Zugleich war die neuhumanistische Gymnasialreform aber kein „von oben“ zentralistisch durchgesetzter Prozess, sondern als Teil des Konzepts der Selbsttätigkeit ein regionaler Prozess, der in den einzelnen preußischen Provinzen unterschiedlich ablief. Dieses Buch analysiert und dokumentiert aufgrund umfassender Quellen- und Archivrecherchen, wie die Curriculumreform in Westfalen erfolgt ist. Es zeigt, dass es gelang, in der aus unterschiedlichsten Territorien 1815 neu gebildeten preußischen Provinz Westfalen den Mathematikunterricht, als Teil der Konsolidierung der Gymnasien, weitgehend konfliktfrei als Fach der Allgemeinbildung zu etablieren. Aufschlussreich sind die zunächst starken Differenzen in den ursprünglich katholischen und protestantischen Landesteilen. Den besonderen Reiz dieses Falles bildet es, dass der preußische Schulrat zwei konträre Lehrplanentwürfe hatte von Mathematiklehrern erstellen lassen und die Lehrerkollegien aller elf Gymnasien in Westfalen zu Stellungnahmen aufgefordert hatte. Sowohl die alternativen Entwürfe – der eine mehr traditionell, der andere mehr modern – wie die Stellungnahmen der Lehrer geben einen lebendigen Einblick in die Bildungskonzepte und die Entwicklung curricularer und methodischer Alternativen.