Erweiterte Suche

Att uppfinna ord

Kindheit als Strategie der Weltaneignung in der schwedischen Arbeiterliteratur der 1930er Jahre

In Schweden bildet die Arbeiterliteratur eine stärkere literarische Tradition als in allen anderen europäischen Ländern. Die innerhalb dieser Literatur in den 1930er Jahren entstandenen Kindheitsdarstellungen wurden von der Forschung bisher vor allem unter biografischen Fragestellungen und als Versuch einer Nachahmung bürgerlicher literarischer Formen verstanden. Im Gegensatz dazu untersucht die Arbeit unter Verwendung subjekt- und sprachtheoretischer Ansätze, wie Kindheit (als Motiv, Position und Perspektive des Kindes) als politische Schreibstrategie im Zusammenhang mit Klassen- und Gender-Zuschreibungen eingesetzt wird: Durch die literarische Konstruktion von Kindheit wird so ein subversiver Zugang zum bürgerlichen Literaturdiskurs geschaffen, der es ermöglicht Identitätszuschreibungen und Subjektpositionen zu verhandeln. Im Fokus steht dabei auch die Selbstreferenzialität der untersuchten Texte durch deren Diskussion der eigenen Sprachlichkeit und der Rolle des Arbeiterverfassers.

Titel: Att uppfinna ord
Untertitel: Kindheit als Strategie der Weltaneignung in der schwedischen Arbeiterliteratur der 1930er Jahre
Verfasser: Mischliwietz, Sandra GND
Gutachter: Nilsson, Magnus GND
Dokumenttyp: Dissertation/Habilitation
Erscheinungsdatum: 2014
Publikation in MIAMI: 06.10.2014
Datum der letzten Änderung: 01.09.2015
Reihe Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster / Reihe XII ; 11
Schlagwörter: Arbeiterliteratur; Moa Martinson; Harry Martinson; Eyvind Johnson; Ivar Lo-Johansson; soziale Klasse; Kindheitsdarstellungen
Fachgebiete: Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft; Andere germanische Literaturen
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: Auch im Buchhandel erhältlich: "Att uppfinna ord” - Kindheit als Strategie der Weltaneignung in der schwedischen Arbeiterliteratur der 1930er Jahre / Sandra Mischliwietz. - Münster : Monsenstein und Vannerdat, 2014. - II, 562 S. (Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster : Reihe XII ; Bd. 11), ISBN 978-3-8405-0103-6, Preis: 30,- EUR
Format: PDF-Dokument
ISBN: 978-3-8405-0103-6
URN: urn:nbn:de:hbz:6-32379500086
Permalink: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6-32379500086
Onlinezugriff:
Inhalt:
1 Einleitung und Fragestellung ....... 1
1.1 Forschungsstand ....... 3
1.2 Textauswahl und Aufbau der Arbeit ....... 11
1.3 Methodisches Vorgehen ....... 18
2 Gesellschaftliche und literarische Kontexte ....... 29
2.1 Arbeiterbewegung und Arbeiterliteratur in Schweden ....... 29
2.1.1 Entstehung, Tendenzen, Merkmale ....... 30
2.1.2 Die fem unga und Eyvind Johnson ....... 50
2.1.3 Die Statarskolan ....... 63
2.1.4 Gesellschaftliche Voraussetzungen für Arbeiterinnen und Arbeiter ....... 71
2.2 Kindheitsgeschichte und Perspektiven auf Kindheit ....... 90
2.2.1 Kultur- und Sozialgeschichte der Kindheit ....... 90
2.2.2 Ellen Key und das Jahrhundert des Kindes ....... 100
2.2.3 Kindheit und ....... 109
3 Strategische Ausgangspositionen der untersuchten Literatur ....... 121
3.1 Paratextuelle Strategien ....... 143
3.1.1 Das Vorwort als Strategie der Legitimation ....... 149
3.1.2 Motti als Strategie der literarischen ....... 161
3.2 Textuelle Strategien durch Thematisierung von Kindheit ....... 180
3.2.1 Die Perspektive des Kindes - das Potenzial des unbeobachteten Beobachters ....... 183
3.2.2 Das Motiv des Kindes - das Potenzial des besseren Menschen ....... 198
4 Das Kind als Stellvertreter des Arbeiters ....... 241
4.1 Gesellschaftliche Positionen - Disziplinierungsmechanismen und Klassenreproduktion ....... 243
4.1.1 „Lär dig arbeta!" - Schule und Bildung ....... 251
4.1.1.1 Wissen ist Macht ....... 254
4.1.1.2 Schule als Instanz der Disziplinarmacht ....... 273
4.1.1.3 Sprachaneignung als Weltaneignung ....... 289
4.1.2 „Säna herrar fär man böja när dom är smä" - Erziehung und Gewalt ....... 317
4.1.2.1 Autorität und Gehorsam ....... 319
4.1.2.2 Religion ....... 327
4.1.2.3 'Buckeln und treten' ....... 335
4.2 Gesellschaftliche Rollen - Vorraussetzungen der Selbstverortung ....... 354
4.2.1 Das Kind als Arbeiter ....... 356
4.2.1.1 Das Janusgesicht der Arbeit ....... 358
4.2.1.2 Fehlende Klassenidentität ....... 371
4.2.1.3 Respektabilität und Aufmüpfigkeit ....... 377
4.2.1.4 Sprache im Klassenkontext ....... 396
4.2.2 Geschlechterrollen ....... 402
4.2.2.1 Arbeiterinnen und Respektabilität ....... 403
4.2.2.2 Geschlechtsspezifische Identifikation und Abgrenzung: Kinder und Mütter ....... 425
4.2.2.3 Sexualität ....... 450
4.2.2.4 Weibliche Solidarität und männliche Konkurrenz ....... 463
5 Kollektiv und Individuum - Selbstreflexive Darstellungen der Position des Arbeiterverfassers ....... 487
5.1 Männliche Arbeiterkindheit: Der Junge, der geht? ....... 487
5.2 Weibliche Arbeiterkindheit: Das Mädchen, das bleibt? ....... 516
6 Resümee und Ausblick ....... 529
Literaturverzeichnis ....... 539