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Interessenkonflikte im Aufsichtsrat bei Mehrfachmandaten im faktischen Aktienkonzern

Der Aufsichtsrat ist Adressat zahlreicher Appelle, insbesondere fordern § 100 Abs. 5 AktG und Ziff. 5.4.2 DCGK die Unabhängigkeit eines Teils seiner Mitglieder. In Anlehnung an das monistische Board-Modell des angloamerikanischen Unternehmensrechts soll Unabhängigkeit die Grundvoraussetzung einer funktionierenden Kontrolle der Unternehmensleitung sein. Für den Aufsichtsrat bedeutet dies einen Paradigmenwechsel von seiner Repräsentationsfunktion hin zu einer neutralen Kontrollaufgabe. Ein solches Unabhängigkeitsverständnis hat elementare Konsequenzen für den faktischen Aktienkonzern. Dort dient die strategische Besetzung des Aufsichtsrats als Hauptinstrument zur Konzernleitung. Insofern stellt sich die Frage, ob Aufsichtsratsmandate in verbundenen Unternehmen weiterhin ein zulässiges Mittel zur Konzernleitung darstellen. Die Antwort hängt davon ab, welche Interessenkonflikte durch Mehrfachmandate im Konzern entstehen und wie diese zu lösen sind.

Titel: Interessenkonflikte im Aufsichtsrat bei Mehrfachmandaten im faktischen Aktienkonzern
Verfasser: Al-Wraikat, Nadja Magdalena GND
Gutachter: Saenger, Ingo
Organisation: FB 03: Rechtswissenschaftliche Fakultät
Dokumenttyp: Dissertation/Habilitation
Erscheinungsdatum: 2014
Publikation in MIAMI: 04.11.2014
Datum der letzten Änderung: 27.07.2015
Reihe Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster / Reihe III ; 10
Schlagwörter: Aktienkonzern; Aktienrecht; Aufsichtsrat; Interessenkonflikte; Konzernmandat; Konzernrecht; Unabhängigkeit
Fachgebiete: Recht
Lizenz: CC BY-ND 3.0 DE
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: Auch im Buchhandel erhältlich: Interessenkonflikte im Aufsichtsrat bei Mehrfachmandaten im faktischen Aktienkonzern / Nadja Magdalena Al-Wraikat. - Münster : Monsenstein und Vannerdat, 2014. - XV, 305 S. (Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster : Reihe III ; Bd. 10), ISBN 978-3-8405-0110-4, Preis: 20,50 EUR
Format: PDF-Dokument
ISBN: 978-3-8405-0110-4
URN: urn:nbn:de:hbz:6-11399506595
Permalink: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:6-11399506595
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Inhalt:
§ 1 EINLEITUNG 1
A. Problemstellung 1
B. Gang der Untersuchung 3
1. TEIL GRUNDLAGEN 7
§ 2 DER AUFSICHTSRAT IM ORGANGEFÜGE DER AKTIENGESELLSCHAFT 7
A. Überblick über die Organe der AG 7
B. Interessenbindungen der Organe der AG 10
C. Kriterien für die Bestellung des Aufsichtsrats 17
D. Organisation, Vergütung und Haftung des Aufsichtsrats 21
2. TEIL SPANNUNGSVERHÄLTNISSE VON ORGANFUNKTION UND EIGENINTERESSEN IM AUFSICHTSRAT 33
§ 3 BERATUNGSVERTRÄGE MIT AUFSICHTSRATSMITGLIEDERN 33
A. Gegenstand des Beratungsvertrags 33
B. Schuldner der Beratungsleistung 35
C. Unabhängigkeit des beratenden Aufsichtsratsmitglieds 38
§ 4 ARBEITNEHMERVERTRETER 40
A. Zusammensetzung von mitbestimmten Aufsichtsräten 40
B. Interessenkonflikte und Unabhängigkeit von Arbeitnehmervertretern 41
C. Zukunft der Mitbestimmung 44
3. TEIL INTERESSENKONFLIKTE DURCH MEHRFACHMANDATE AUßERHALB EINES UNTERNEHMENSVERBUNDS 47
§ 5 FUNKTION UND VERBREITUNG VON MEHRFACHMANDATEN 47
A. Die Entwicklung von Mehrfachmandaten 47
B. Exkurs: Organisationspsychologische Aspekte von Mehrfachmandaten 50
§ 6 KRITISCHE VERFLECHTUNGEN PRIVATRECHTLICHER UNTERNEHMEN AUßERHALB DES KONZERNS 55
A. Wettbewerber im Aufsichtsrat 56
B. Bankenvertreter 60
§ 7 UNTERNEHMENSBETEILIGUNG DER ÖFFENTLICHEN HAND 64
A. Privatisierungsformen im Überblick 64
B. Problemfelder der Organisationsprivatisierung 66
4. TEIL DER AUFSICHTSRAT IM KONZERN 79
§ 8 GESELLSCHAFTSORGANE IM KONZERN 79
A. Konzernrecht als Organisationsrecht 79
B. Interessenbindungen im Konzern 82
C. Die Organe der Obergesellschaft 87
D. Die Organe der Tochtergesellschaft 99
E. Beratungsverträge im Konzern 104
§ 9 PERSONELLE VERFLECHTUNGEN IM KONZERN 110
A. Mehrfachmandate als Instrument der Konzernleitung 110
B. Konzernmandate und die Pflicht zur Interessenvertretung 112
C. Der Unabhängigkeitsbegriff in Konzernlagen 136
§ 10 KONZERNFRAGEN IM KONTEXT EUROPÄISCHER CORPORATE-GOVERNANCE-STRÖMUNGEN 209
§ 11 DER INFORMATIONSFLUSS IM KONZERN 213
A. Gesetzlich normierte Berichtspflichten mit Konzernbezug 213
B. Befugnis des Aufsichtsrats der Obergesellschaft zur Informationsgewinnung? 215
C. Möglichkeiten umfassender Informationsweitergabe 218
D. Der Informationsfluss im Konzern und Insiderhandel 231
5. TEIL DER UMGANG MIT INTERESSENKONFLIKTEN 233
§ 12 REPRESSIONEN IN DER UNABHÄNGIGEN AG 233
A. Typisierung von Interessenkonflikten 233
B. Handlungsanweisung aufgrund der Treuepflicht 234
C. Handlungsanweisung aufgrund DCGK 240
D. Konfliktprävention durch Ausschussbildung 243
§ 13 REPRESSIONEN BEI KONZERNMANDATEN 244
A. Rollentrennung 244
B. Beschlussfassung über die Entlastung 246
C. Stimmverbot analog § 34 BGB? 246
D. Haftungsrechtliche Interdependenz verschiedener Konzernmandate 254
§ 14 RECHTSFOLGEN DES FEHLERHAFTEN UMGANGS MIT INTERESSENKONFLIKTEN 266
A. Rechtsfolgen des Verstoßes gegen die Handlungsanweisung nach dem DCGK 266
B. Fehlerhafter Umgang mit Interessenkonflikten und Auswirkung auf die Business Judgment Rule 266
C. Abhilfe durch D&O-Versicherungen? 269
6. TEIL SCHLUSS 271
§ 15 ERGEBNISSE 271
A. Der strategische Wert des Aufsichtsratsmandats 271
B. Organverhältnis vs. Eigeninteresse 271
C. Mehrfachmandate außerhalb des Konzerns 271
D. Der Aufsichtsrat im Konzern 272
E. Ein Plädoyer für das Konzernrecht 275
LITERATURVERZEICHNIS 277